Pfarrkirche St. Kilian

Nach dem Verlust der Klosterkirche diente die Marienkapelle als provisorische Pfarrkirche für die Orte Obertheres, Untertheres, Buch, Horhausen und Wagenhausen. Die Gläubigen dieser Orte mussten Sonntags und an allen kirchlichen Festtagen zum Pfarrgottesdienst in Obertheres erscheinen. Für die Gläubigen reichte aber die kleine Marienkapelle nicht aus. Am 17.11.1850 beschwerte sich Pfarrer Vatter beim Bischöflichen Ordinariat Würzburg wegen der beengten Verhältnisse. Ein langer Rechtstreit mit dem bayerischen Staat war nötig bis am 11. Mai 1884 Bischof Franz Josef von Stein die heutige Pfarrkirche einweihen konnte. Der Grundstein wurde am 29. Juni 1878 gelegt. Vor der Renovierung 1958 war das Kircheninnere im neugotischen Stil eingerichtet. Die Kirche ist den Frankenaposteln Kilian, Kolonat und Totnan geweiht. Die aus Holz geschnitzte St. Kiliansfigur, sowie der Kreuzweg stammen vom Oberthereser Hobbykünstler Georg Burkhard.


Im Jahre 1998 wurde die klangvolle Orgel restauriert. Die zweimanualige Orgel, die im Jahre 1885 erbaut wurde und fast vollständig erhalten ist, erhielt außerdem neue Prospektpfeifen und einen völlig neuen Prospekt.

Bayerischer Landtag - Protokoll 18. Mai 1876

Innenrenovierung 2011 - 2013

Bei der Innenrenovierung der Pfarrkirche Juli 2011 bis Oktober 2013 erfuhr die Pfarrkirche eine fundamentale Erneuerung des Innenraums mit einer modernen Umgestaltung. Mehr Infos zu dieser Neugestaltung finden Sie im gesonderten Initiates file downloadInfoblatt (im pdf-Format ca. 1,5 MB).


Kurzerläuterung /-geschichte Pfarrkirche St. Kilian Obertheres Initiates file download(Infoblatt ausdrucken - pdf-Format)


Die Glocken der Pfarrkirche

1950 wurden die Glocken der Oberthereser Pfarrkirche St. Kilian geweiht, welche das Marienlied „Maria Maienkönigin“ anstimmen.

Wenn die Glocken der Pfarrkirche St. Kilian zur Maiandacht zur Ehren der Muttergottes läuten, so ist das nicht nur ein bloßes „Zusammenschlagen“. Sind die vier Glocken aus der Glockengießerei Junker Brilon (Westfalen) doch nach den vier Anfangstönen des bekannten Marienliedes „Maria Maienkönigin“ gestimmt. Mehr als fünfzig Jahre ist es bereits her, dass die Christkönigsglocke, die für die Gefallenen und Vermissten der Gemeinde Obertheres in den beiden Weltkriegen schlägt, die Marienglocke mit der Aufschrift „Ave Maria Königin des heiligen Rosenkranzes“, die Kiliansglocke zu Ehren der Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan und die Wendelinusglocke vor dem Pfingstfest 1950 geweiht wurden. Zu diesem großen Ereignis strömten damals alle Einwohner zum Kirchplatz des prachtvoll geschmückten Dorfes. Sie erwarteten sehnsüchtig das neue Geläut, das am Abend des 25. Mai unter den Klängen der Musikkapelle Obertheres zur Kirche gefahren wurde. Bürgermeister Julius Vogel dankte den spendefreudigen Alt- und Neubürgern, die bereits 8.000 DM von den aufzubringenden 20.000 DM für die vier Glocken samt Glockenstuhl und Montage gestiftet hatten. Er erinnerte damals an das erste schöne kraftvolle Geläut, das dem Ersten Weltkrieg zum Opfer fiel und an das zweite herrlich harmonische, um das Obertheres beneidet wurde und das der Zweite Weltkrieg forderte. Die neuen Glocken, die zusammen ein Gewicht von 79 Zentner auf die Waage bringen, taufte, salbte und weihte Domkapitular Kötzner unter Mitwirkung von Pfarrer Röder aus Obertheres und den Patern Pfaller und Schury aus Hassfurt. Gedichte, mehrstimmige Chöre des Gesangvereins Obertheres, Volksgesänge mit Musikbegleitung, von Hauptlehrer Schobert zusammengestellt, umrahmten die Feierstunde auf dem Kirchplatz. Die Höhe des Kirchturmes beträgt 35 Meter.

Geweiht wurden diese:

Die große Glocke:     Christkönig
Die zweite Glocke:    Ave Maria
Die dritte Glocke:      St. Kilian
Díe kleine Glocke:     St. Wendelin

Jüngere Baugeschichte

Bauliche Erhaltungsmaßnahmen und neue Dacheindeckung bei der Pfarrkirche St. Kilian in Obertheres Bauliche Erhaltungsmaßnahmen und neue Dacheindeckung bei der Pfarrkirche St. Kilian in Obertheres im Jahr 2005.
Hierbei wurden am Langhaus die Sandsteine der Außenwände saniert - wie bereits am Turm -und das komplette Dach mit roten Biberschwanzziegeln neu eingedeckt. Bei den regelmäßigen Prüfungen des Hochbauamtes Bad Kissingen - Dienststelle Schweinfurt - wurden diese Mängel festgestellt und die Arbeiten angeordnet. Lediglich fünf Prozent muss die Kirchenverwaltung Obertheres von den Kosten dieser Maßnahmen tragen. 95 Prozent der Kosten muß der Bayerische Staat aufgrund der bestehenden Baulastverpflichtung übernehmen.

Die Baupflicht des Staates für die Pfarrkirche St. Kilian gründet auf ein Übereinkommen zwischen der Kirchengemeinde Obertheres und dem Königreich Bayern, da nach der Säkularisation 1809 die Klosterkirche der Benedektinerabtei Theres abgebrochen wurde und als Ergebnis eines Vergleiches in den Jahren 1878 bis 1884 die jetzige Kirche im seinerzeit modernen, neugotischen Stil durch das Königreich Bayern errichtet wurde. Denn die vorhandene Marienkapelle musste nach dem Abriss der barocken Abteikirche als Pfarrkirche dienen. Allerdings erwies sie sich sehr bald als viel zu klein, da damals auch noch die Gläubigen aus Untertheres, Wagenhausen, Buch und Horhausen als Filialen zur Pfarrei Obertheres gehörten. Sie waren verpflichtet, an den Festen des Herrn und der Gottesmutter am Pfarrgottesdienst in Obertheres teilzunehmen, was aber wegen der räumlichen Enge meist nur vor dem Gotteshaus möglich war. Zudem waren diese Filialen bestrebt, von der Mutterpfarrei loszukommen und erkannten die Marienkapelle nicht als ihre Pfarrkirche an. Somit entstand ein Neubau im neugotischen Stil der am 11. Mai 1884 eingeweiht werden konnte.

Im Juli 2011 begann die jüngste Innenrenovierung, welche im 1. Halbahr 2013 abgeschlossen wurde. Hierbei wurde der Altar im Chorraum verkleinert und weiter nach vorne zum Kirchenschiff gesetzt. Das hintere Chorpodest wurde entfernt und der Tabernakel vom früheren rechten Seitenaltar in den hinteren Chorraum unter die farbigen Fenster der Frankenapostel (Kilian, Kolonat und Totnan) versetzt. Im Chorbogen wurde ein neues Kreuz mit dem  Christuskörper des früheren Holzkreuzes angebracht. Die Kirchenbänke wurden erneuert, wobei die (Seiten-) Wangen der früheren Bänke wieder verwendet wurden. Auch die Treppe zur Empore wurde saniert. Durch den neuen Putz und Anstrich wurde der inneren Bausubstanz bereits eine schöne Hülle gegeben, wobei die Verziehrungen der Holzdecke mit Farbe und Gold ebenfalls hervorgehoben wurden.

Ein neuer Kreuzweg zum 100. Geburtstag

Zum 100. Geburtstag der Pfarrkirche St. Kilian.

Der Kirchenraum wirkte durch durch die grundlegende Renovierung und Umgestaltung in den 60er Jahren sehr leer und kahl. So war es für die Pfarrgemeinde eine ganz besondere Freude, dass am Weihetag der Pfarrkirche ein neuer Kreuzweg eingeweiht werden konnte. Dieser wurde von dem einheimischen Hobbyschnitzer Georg Burkhard innerhalb von zwei Jahren angefertigt und rechtzeitig zum 100. Geburtstag der Pfarrkirche fertiggestellt.

Wertvolle, historische Schlimbach-Orgel

In den neunziger Jahren wurde die wertvolle, historische Schlimbach-Orgel in der Pfarrkirche St. Kilian in Obertheres restauriert. Die zweimanualige Orgel, die um 1855 von der Firma Balthasar Schlimbach & Sohn aus Würzburg erbaut wurde, ist fast vollständig original erhalten. Regionalkantor Rainer Aberle, der die Orgel vor der Restaurierung begutachtet hatt, schrieb in seinem Bericht: "Besonders hervorzuheben ist die klangliche Güte des Instrumentes". Diese hat sich durch den Einbau neuer Prospektpfeifen nun nochmals verbessert. Die Firma Georg Weishaupt aus Westendorf bei Augsburg hatte die Restaurierungsarbeiten durchgeführt und viele neue Teile angefertigt. Alle gut erhaltenen Teile wurde restauriert. Im Zuge dieser Arbeiten erhielt das Orgelgehäuse eineneue Rückwand, der Podest und das Blasebalg-Gehäuse wurden erneuert, die Tretvorrichtung für den Blasebalg und die historischen Holzpfeifen restauriert. Diese Pfeifen erhielten zum Teil auch eine neue Stimmvorrichtung.

Gekrönt wird das Gehäuse von einem neu erstellten, historisch nachempfunden Prospekt nach einem Entwurf des Diözesanbaumeisters Jürgen Schödel vom Bau- und Kunstwesen der Diözese im Bischöflichen Ordinariat in Würzburg. Auch der nun verschließbare Spieltisch präsentiert sich gefällig: das alte Notenpult wurde restauriert und mit einer verbreiterten Buchauflage montiert. die Pedaltasten und die Zehenleiste wurden komplett neu angefertigt. Außerdem sorgt ein Schrank für die Orgelnoten, die Liedanzeige, die Motoren- und Lichtschaltung für Ordnung an der Anlage.

Im Zuge der Restaurierung der Orgel ließ die Kirchengemeinde noch einen neuen Podest für die Kirchenbänke auf der Empore anfertigen.

Advanced search »

Pfarrgemeinderatswahl 2014 - Wahlergebnisse

...finden Sie unter Opens internal link in current windowLeben in ... / Kirchen im Kirchplatz bzw. Infobrief

Evangelische Kirchengemeinde

Infos und Aktuelles finden Sie nach den Daten der Kath. Kirchengemeinde

Share