Pfarrhaus Obertheres

Ursprünglich war es das Gästehaus des Klosters und wurde vor 250 Jahren fertiggestellt. 1850 zog der erste Weltpriester (Pfarrer Vatter) ein.

Das an der B 26 gelegene Pfarrhaus ist nicht nur den Bürgern von Theres bekannt, sondern auch den vielen vorbeifahrenden Autofahrern. Vor allem vom Westen her bietet sich ein schöner Blick auf das Gebäude. Wie ein kleinen Schloss, umgeben von einem großen Garten mit Sandsteinbalustraden wirkt es auf den Betrachter. Es diente dem Kloster als Gästehaus, um die weltlichen Besucher zu beherbergen.

Abt Gregor II. Fuchs (verst. 19.01.1755), der auch die barocke Klosteranlage errichten ließ, nahm im Jahre 1750 das heutige Pfarrhaus als letztes größeres Bauvorhaben in Angriff. Der Bau wurde von seinem Nachfolger, Abt Gregor III. Haiger (verst. 20.02.1766) beendet.
Während Abt Gregor II. Fuchs sein Wappen mit Inschrift dekorativ am Hauptportal anbrachte, vermerkte sein Nachfolger Abt Gregor III. Haiger aus Herzogenaurach auf der Rückseite des Türsturzes bescheiden seinen Anteil am Zustandekommen des Bauwerkes. Eine Inschrift auf dem Chronostichon über dem Eingangsportal des Pfarrhauses lautet: „Gregor II. aus Stadtlauringen, der 40 Jahre lang Abt in Theres war, hat mich im Alter von fast 90 Jahren im Jahre 1748 neu erbaut.“ Auf dem Türsturz innen ist zu lesen: „Dieses Bauwerk hat Gregor II. errichtet, sein Nachfolger Gregor III. hat sich mehr um das Innere gekümmert.“

An der Westseite des Pfarrhausgiebels ist ein so genanntes „Agnus Dei“ (Lamm Gottes) angebracht. Das war auch der Grund, warum in der Überlieferung diese Hauses als „Wirtshaus zum Lamm“ bezeichnet wurde. In Wirklichkeit war dieses „Agnus Dei“ persönlicher Bestandteil im damaligen Klosterwappen des Abtes Haiger.
Nach der Säkularisation wurde das Klostergästehaus der Pfarrei als Pfarrhaus überlassen. Es diente auch den Leinreitern samt Pferden als Übernachtungsmöglichkeit, wenn sie ihre Lasten Main aufwärts treidelten.
Pfarrer Peter Vatter, dem die Gemeinde die heutige Pfarrkirche zu verdanken hat, zog 1850 als der erste Weltpriester ins „neue“ Pfarrhaus ein. Zwei ehemalige Klosterpatres versahen den Seelengottesdienst in Obertheres und den ehemaligen Klosterdörfern und wohnten als erste Priester im Pfarrhaus.

 

Das "Agnus Dei", das Lamm Gottes, das als dekorativer Schmuck den Westgiebel ziert, soll das persönliche Wappen des Abtes Gregor III. darstellen und ließe somit keine Rückschlüsse auf ein vermeintliches "Gasthaus zum Lamm" zu. Dies hat der Gemeindearchivar, Klaus Dindorf, bei Recherchen festgestellt. Anhand eines Abtbildnisses von Gregor III. ist Dindorf darauf gestoßen. Dort findet sich das "Agnus Dei" als dessen persönlicher Bestandteil des damaligen Klosterwappens wieder.

Als "Klostergästehaus" wollte Abt Gregor II. Fuchs vor rund 250 Jahren das heutige Pfarrhaus errichten. Gregor II. Fuchs war in einer Z eit wirtschaftlicher Blüte der Bauherr der barocken Klosteranlagen. Die Vollendung des Wirtshauses musste er allerdings seinem Nachfolger Gregor II. Heiger aus Herzogenaurach überlasen. Während Gregor II. sein Wappen mit Inschrift dekorativ am Hauptportal anbrachte, vermerkte Gregor III. auf der Rückseite des Türsturzes bescheiden seinen Anteil am Zustandekommen des Bauwerks. Und wie wir heute wissen, auch am Westgiebel.

Im Laufe des Jahres 1997 wurde eine Außensanierung des katholischen Pfarrhauses in Obertheres, für die die Universität Würzburg die Baulast trägt, abgeschlossen. Seitdem weist das Haus wieder die farbliche Gestaltung auf, wie sie zum Zeitpunkt seiner Erbauung im Jahr 1748 gewählt wurde. Im Zusammenhang dieser Sanierung wurde die notwendige Absenkung des Straßenpflasters vorgenommen, wodurch der historische Sockel des Gebäudes wieder zum Vorschein kommen konnte.

Nun hoffen die Pfarrgemeinde und die politische Gemeinde, dass auch bald die Sanierung des Torhauses bzw. Hauptportals, einschließlich der Balustrade in Angriff genommen wird. Leider stehen die Zeichen hierfür derzeit trotz vieler Bemühungen nicht gut. Die Gemeinde hat schon im Zuge der letzten Außenrenovierung einen Zuschuss für die Sanierung in Aussicht gestellt. Nun liegt es an der Universität Würzburg und der Denkmalschutzbehörde ihren Beitrag zur Erhaltung des barocken Ensembles zu leisten.

Pfarrer Rainer Kunkel seit Oktober 2013 im Ruhestand

1976 ernannte Bischof Stangl ihn zum Pfarrverweser von Obertheres und wurde ein Jahr später hier zum Pfarrer ernannt. 1987 wurde Kunkel zusätzlich zum Pfarrer von Gädheim und 1991 auch zum Pfarrer von Untertheres ernannt. Initiates file download(Kurzbiografie im pdf-Format, ca. 350 kB)

Das Wappen des ehemaligen Gästehauses des Klosters

Agnus Dei: Das Wappen des ehemaligen Gästehauses des Klosters an der Westseite des Pfarrhausgiebels.

Das war auch der Grund, warum in der Überlieferung dieses Hauses als "Wirtshaus zum Lamm" bezeichnet wurde.

Wie der Archivar Klaus Dindorf 2005 anhand des Abtsbildnisses von Gregor III. Haiger herausfand, findet sich dieses "Agnus Dei" als sein persönlicher Bestandteil im damaligen Klosterwappen wieder.

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