Horhausen - St. Borromäus

Die zur Pfarrei Obertheres gehörende Filialkirche St. Borromäus ist ein von 1773 bis 1774 vom Thereser Abt Bernhard Breunig errichteter Kirchenbau. Pater Gallus Hahn vom Kloster Theres hatte die Bauleitung. Der Bau kostete 1065 Gulden fränkischer Währung, die Uhr 56 fl., zwei Glöckchen 95 fl., Altar, Bänke usw. 99 fl., Paramente und das heilige Gerät 99 fl. Zur Kostendeckung der neuen Kirche wurden auch die ca. 1200 Gulden herangezogen, die das alte Kapellchen noch einbrachte. Den Rest trugen verschiedene Wohltäter bei. Für die Ausstattung wurden 449 Gulden ausgegeben. Das Kloster Theres stellte zu Beginn leihweise einen silbernen Kelch zur Verfügung. Über dem Ostportal prangt das Wappen der Abtei Theres. Die kleine aber bemerkenswerte Kirche ist im Rokokostil gestaltet. Das weiße (1753) und das rote Kreuz stammen aus den Zeiten des Klosters Theres. Am 25. Mai 1773 wurde der Grundstein gelegt, am 25. Juli 1773 weihte der Würzburger Weihbischof die Kirche ein.

Die Erlaubnis zum Bau dieser Kirche wurde unter der Bedingung erteilt, „dass sie zu keiner Zeit und auf keinerlei Weise das Vorrecht des Klosters, der Marienkapelle Obertheres, oder des Oberthereser Pfarrherrn beeinträchtige“.
Das „alte Kapellchen“ war gegen Ende des 17. Jahrhunderts unter der Regierung von Abt Gregor Gans zu Theres (1686 - 1701) von einem Martin Bernhard mit seinem Sohn Karl Bernhard errichtet worden. Dieser kam von „Weteringen“ nach Horhausen. Es gab keinen Altar, sondern aus Stein gemeißelte Figuren des Gekreuzigten, der Hl. Jungfrau Maria und des Apostels Johannes. Diese Bildnisse sind jetzt in der Außenmauer der Kirche eingelassen und wurden vom Stifter der Kapelle aus seiner Heimat mitgebracht. Die Kapelle fasste höchstens 15 bis 20 Gläubige, die Vorderseite war offen und mit hölzernen Schranken geschlossen.

Das Kirchlein selbst, als Saal mit nicht getrenntem Chor und Flachdecke entworfen, zeichnet sich durch ihren zurückhaltenden Rokoko-Stuck und bemalte Freskenmedaillons aus. Die barocke Innenausstattung stammt wohl von dem Vorgängerbau. Die Westfassade wird von zwei schlanken Pilastern eingerahmt, die sich über den Giebelsims in klassizistische Pyramidenaufsätze aus Sandstein fortsetzen. Ein Glockentürmchen mit Kuppel erhebt sich über der Fassade. Zwei ungewöhnlich große Muscheln rahmen über dem Portal ein Wappen mit der Inschrift: "Bernhardus Abtas, Templi hujus Architektus" (Abt Bernhard ist der Baumeister dieses Gotteshauses). Über dem Wappen steht in einer Nische die vollplastische Skulptur der Heiligen Familie, zu deren Füßen ein Chronistichon mit der Jahreszahl 1776 angebracht ist. Der Altar, um 1700 als gefälliger Aufbau mit berochenem Giebel ausgebildet, ist mit vier Säulen und Muschelabschluss ausgebildet. Auch das Orgelgehäuse und das Kirchengestühl sind mit Muschelwerk verziert. Im Inneren befinden sich Skulpturen des 18. Jahrhunderts, Maria, St. Josef mit Jesuskind und St. Anna mit Maria, alle aus Holz und polychrom gefasst.

Interessant: Die kirchliche Regierung hatte 1776 beschlossen, dass auch an Sonn- und Feiertagen von einem Priester des Klosters Theres in der Kirche von Horhausen die Heilige Messe gelegen werden könne, jedoch nur in außergewöhnlichen Fällen. Nach der Säkularisation wurden zwar die Bedingungen hinfällig, die Pfarrgemeinde Horhausen wurde aber weiterhin vom Pfarrer von Obertheres betreut.

Im Jahre 1958 erfolgte eine Sanierung. Seit 1992 (gründliche Sanierung des Innenraums und der Aussenfassade) erstrahlt die Kirche (04. November, Karl Borromäus) in neuem Glanz. Zwei Jahre dauerten die Sanierungsarbeiten an dem Bauwerk, an dem der Zahn der Zeit und viel Feuchtigkeit hässliche Spuren hinterlassen hatte.

Die Glocken

Aufschrift der Kirchenglocken von Horhausen

Die große Glocke:
Freudig geschaffen von allen Bewohnern
Horhausen 1952
Hl. Karl Boromäus schütze unsere Gemeinde

Ersatz für die an beide Kriege verloren gegangenen Glocken

Kleine Glocke:C.H.Lotter. Bamberg 1926Muttergottes m. Jesukind

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