Paul Maar

... wurde am 13.Dezember 1937 in Schweinfurt geboren und lebt heute als freier Autor und Illustrator in Bamberg.

... ist ein erfolgreicher Autor von Kinder- und Jugendbüchern, Kindertheaterstücken, Fernsehdrehbüchern, Funkerzählungen und Illustrator. Zu seinen Auszeichnungen zählt u.a. der Deutsche Jugendliteraturpreis, der Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreis für sein Gesamtwerk, dem großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur und dem Österreichischen Staatspreis für Kinder und Jugendliteratur. Seine Bücher wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und in vielen Sprachen übersetzt.

... wurde für den Kinofilm „Sams“ bei der Bundesfilmpreis-Verleihung als bester Kinder- und Jugendfilm im Jahre 2002 ausgezeichnet

... ist nach einer Aufführungsstatistik von „Die Deutsche Bühne“ in Deutschland, Österreich und der Schweiz schon seit mehreren Spielzeiten der meistgespielte lebende deutsche Autor.

... bekannteste Figuren sind sicherlich das Sams, der Träumer Lippel und das kleine Kängeruh.

... reist im Auftrag des Goethe-Institutes in Sachen Kinderliteratur um die Welt.

... hat einmal über seine Großvaterbeziehung gesagt: „Er, ein dicker, gemütlicher Gastwirt in Obertheres, hat meinen inneren Eisschrank aufgetaut. Er akzeptierte mich, wie ich war, mit all meinen nervösen Ticks. Ich habe Nägel geklaut, Haare gedreht. Und er hat nie versucht mich zu erziehen, um das wegzukriegen. Er nahm mich wie ich war, und er war ein begnadeter Geschichtenerzähler, der die ganze Dorfgemeinschaft mit seinen Geschichten unterhalten konnte. Mein großes Idol, Opa Schorsch – er wirkt bis heute.“

... übersetzt, zusammen mit seiner Frau Nele Maar, Kinderbücher aus dem Englischen.


Lesung von Paul Maar in Theres
Lesung von Paul Maar in Theres

Das Elternhaus seiner Mutter - die ehemalige Gaststätte Mattenheimer - steht in Obertheres. Heute wird das Gebäude nur noch als Wohnhaus genutzt. Seine Mutter heiratete einen Schweinfurter und zog mit ihm in die Kugellagerstadt (17 km entfernt). Als während des Zweiten Weltkrieges das Haus seiner Eltern in Schweinfurt zerbombt wurde, kam er als Vierjähriger mit seiner Mutter nach Obertheres, wo er bis zu seinem 12. Lebensjahr lebte. Hierzu sagte er einmal: „Hier habe ich die unbeschwertesten und glücklichsten Kindertage meines Lebens erlebt!“

„Meine frühe Kindheit verbrachte ich in Schweinfurt. Sie ist geprägt durch Erinnerungen an Bombennächten, wo ich nachts jäh aus dem Schlaf gerissen wurde und unter dem drohenden Heulen der Luftschutzsirenen an der Hand der Mutter in den Keller hetzte. Da saß ich dann, den Wintermantel über dem Kinderschlafanzug, eng an die Mauer gepresst, und spürte wie die Wände bei der Detonation der Bomben vibrierten, während der Putz von der Kellerdecke rieselte und schließlich die Haare der ängstlich im Keller Sitzenden weiß färbte. Meist erlosch auch noch nach kurzem Flackern das Licht, und die bleichen Gesichter der Erwachsenen sahen im Licht der hastig entzündeten Kerze noch totenblasser aus. So erschien es mir wie eine Reise aus der Vorhölle ins Paradies, als meine Mutter beschloss, mit mir nach Obertheres zurückzukehren, ins Haus ihrer Eltern. Keine Bomben, keine nächtlichen Fluchten im Schlafanzug, nur eine einzige Sirene auf dem Dach des Pfarrhauses, die noch dazu ganz selten heulte, kein nächtlicher Feuerschein brennender Dächer und kein Signalhorn der Feuerwehr. Stattdessen blühende Wiesen, ein Wald voller Bucheckern, unbeschwertes Spielen am Mainufer, viele Freunde – und vor allen Dingen: Opa Schorsch. ... Er war ein begnadeter Geschichtenerzähler. Oft habe ich es erlebt, dass er eine Begebenheit, die mir als Kind recht unbedeutend vorgekommen war, am Abend in der Wirtschaft so spannend erzählte, dass alle gebannt an seinen Lippen hingen. Auch der kleine Paul, der bei dieser Begebenheit doch dabei gewesen war und nun erlebte, wie aus einem alltäglichen Vorkommnis eine Geschichte geworden war.

Aber nicht nur das: Ich lernte, wie eine Geschichte wachsen und ein Eigenleben entfalten konnte. Wenn er sie nämlich nach zwei, drei Tagen anderen Gästen erzählte, war sie auf wunderbarer Weise länger und spannender geworden. Hier noch ein Detail, da noch eine Einzelheit und diese Geschichte, die beim allerersten Erzählen vielleicht drei Minuten gedauert hatte, war nach eine Woche schon auf acht oder zehn Minuten Dauer gewachsen, oft mit einer Pointe am Schluss, einer überraschenden Wendung, von der beim ersten Erzählen noch gar nicht die Rede gewesen war, und die er beim Wiederholen dazu erfunden hatte. ... Er war es, der mir die Liebe zum Erzählen und ein Gefühl für das richtige Erzählen vermittelt hat. Letztlich ist es also Opa Schorschs Schuld, wenn nun sein Enkel ein Schriftsteller geworden ist.“ (Auszug aus „Das alte Theres in Bildern – 1200 Jahre Theres 802-2002")


Äußerungen zu seinem Buch „Kartoffelkäferzeiten“:

„Es spielt heimlich in Obertheres und beinhaltet einen Teil meiner Kindheitserinnerungen – auch wenn einiges erdichtet und umgedichtet ist.“

Herrn Maar verbinden die Erinnerungen an Obertheres und das damals erlebte. „Vieles davon ist in meinem Buch Kartoffelkäferzeiten wieder zu finden."

Auch im Buch „Andere Kinder wohnen auch bei ihren Eltern“ sind Teile seiner fränkischen Kindheit enthalten bzw. verarbeitet.


Der Vater des „Sams“ und ein ausgesprochener Fan der Hassberge. In einem der zahlreichen Schlösser findet und genießt er regelmäßig die Ruhe der Hassberge, um seine Projekte zu entwickeln und Geschichten zu erfinden. Und: er schätzt die ursprüngliche Fränkische Küche in den Hassbergen. Zu seinen Lieblingsgerichten zählen Schweinebraten mit Klößen und Ente mit Blaukraut – natürlich mit Klößen.

2006: Ein neues Buch ist erschienen und heißt: Neues von Herrn Bello

2009: Ins ferne Marokko führte es das Filmteam für die Dreharbeiten zu einer Neuverfilmung des Jugendbuchklassikers "Lippel`s Traum", nach "Das Sams" (2001) und Herr Bello (2007) vom Schriftsteller Paul Maar (71) in einer Co-Produktion mit dem Bayerischen Fernsehen. Mit deutschen Staraufgebot hat der Kinderfilm in der Regie von Lars Büchel Weltpremiere bei der Berlinale im Februar 2009 gefeiert. In den Hauptrollen sind Moritz Bleibtreu, Anke Engelke und Christiane Paul zu finden. Hauptdarsteller ist der 13-jährige Karl-Alexander Seidel, der ebenfalls die Weltpremiere miterlebte. Auch Uwe Ochsenknecht tritt auf. Die Filmmusik stammt aus den Federn von Konstantin Wecker. Der vor allem durch "Sams" bekannte Autor, Paul Maar, schrieb die Buchvorlage für den Film, in dem ein Junge dank der Kraft seiner Träume Probleme in der Wirklichkeit löst. Paul Maar sagte ggü. dpa u.a. zu diesem Film: " Man muss an seine Träume glauben, und manchmal liegt in ihnen auch der Schlüssel für echte Probleme." Nach der Erstverfilmung 1991 ist dies nun eine Neuverfilmung seines Buches mit der er sicherlich mehr zufrieden sein wird, nachdem u. a. der Klamauk nicht im Vordergrund steht. So kann seine Aussage des Buches besser entfalten, welche u.a. ist: Eltern sollten ihre Kinder am Ausleben ihrer Traumwelt nicht hintern, sondern darin bestärken.

2012: Das zweite Buch "von Lippel" ist mit dem Titel "Lippel, träumst du schon wieder!" erschienen.
Auf die (Lippel-)Frage: Ich habe gehört, ich bin deine Lieblingsfigur." antwortete Herr Maar: ... Die Johanna aus meinem Buch "Kartoffelkäferzeiten" habe ich genauso gern wie Dich. Und das Sams ist bei mir natürlich auch nicht unbedingt unbeliebt. Aber Du, Lippel, Du erinnerst mich ein wenig an meine Kindheit. Ich war auch ziemlich verträumt und hatte Tagträume. Deshalb bist Du sicher die Lieblingsfigur mit der größten Nähe zu mir. (Quelle: Schweinfurter Tagblatt / Kultur vom 11.12.2012)


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