Johann Thomas Wagner

Über die Jugendzeit, seine Ausbildung als Bildhauer, seine Wanderjahre und Lehrmeister ist nichts bekannt. Auf seiner Wanderschaft kam er nach Obertheres, wurde hier sesshaft und heiratete im Jahre 1722 die aus dem Ort stammende Anna Maria Grübelt. Sie verstarb im Jahre 1753 und er heiratete in zweiter Ehe im Jahre 1754 die Arztwitwe Anna Margaretha Engert aus Hausen im Kreis Schweinfurt.

Mit seinem Arbeitgeber Esterbauer kam er dann als Bildhauergeselle nach Obertheres, wo der anstehende Um- und Neubau der Benedektinerabtei reichlich Arbeit erwarten ließ. Als selbstständiger Bildhauer begann er 1718 zunächst mit kleineren Aufträgen für das Kloster, wie etwa die Anfertigung der Stuhlwangen. Danach folgte die Fertigung der Bauplastiken für die neue Klosterkirche, aber auch verschiedener Teile der Innenausstattung. Er trug wesentlich zur Gestaltung der Kirche in Untertheres mit den Statuen an der Außenfassade und der gesamten Neueinrichtung des Innenraums bei.

Kirchenstühle, Chorgestühl, Gesimse, Kapitelle, Schlusssteine, Blumenkrüge und teilweise auch Seitenaltäre der Abteikirche stammen aus seiner Werkstatt.

Der künstlerische Ruf Johann Thomas Wagners führte dazu, dass er in ganz Franken bei der Ausgestaltung von Kirchen tätig werden konnte. Sein Wirken reichte sehr bald über die engere Heimat hinaus auch in fernere Orte (z.B.: Kloster Banz). Eine Vielzahl von Lehrlingen führte er in die Bildhauerkunst ein, von denen der in Obertheres geborene Johann Sebastian Barnabas Pfaff als Bildhauer in Mainz zu Ruhm und Ehren kam.

Ein Schlaganfall am 07. Januar 1769 beendete das Leben eines geschäftlich und künstlerisch erfolgreichen Mannes, dessen Lebenswerk zeigt, dass auch im ländlichen Raum Frankens außerhalb der Zentren Bamberg und Würzburg eine Vielzahl von Kunstwerken geschaffen wurde.

In Obertheres ist noch fast vollständig die vom Meister stammende Innenausstattung der Marienkapelle, der Wappenstein an deren Portal und ein Steinkreuz an der Südwand vorhanden. Zu nennen ist auch noch das Steinkreuz am südlichen Ortsausgang Horhausens.

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